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Journal of Linguistics and Language Teaching
Volume 5 (2014) Issue 1



Zofia Bilut-Homplewicz: Prinzip Perspektivierung. Germanistische und polonistische Textlinguistik – Entwicklungen, Probleme, Desiderata. Frankfurt/M.: Lang 2013 (= Danziger Beiträge zur Germanistik, Bd. 43). 227 Seiten (ISBN 978-3-631-64577-2)

Die hier zu besprechende Schrift nimmt in wenigstens zweifacher Hinsicht eine Sonderrolle ein: Zum einen geht es nicht um die konkrete Analyse oder Beschreibung eines wie auch immer dimensionierten sprachwissenschaftlichen Gegenstands, sondern um eine weitgespannte Überblicksdarstellung, und zwar zur Entwicklung der Text- und Diskurslinguistik in Deutschland. Zum andern handelt es sich um den ersten Teil eines umfassenderen Projekts: eines weiter fortzusetzenden Vergleichs, der, wie die Autorin es nennt, der „interlinguistischen Kontrastivität“ (10) entnommen ist.1

Darüber hinaus ist die vorliegende Arbeit vor dem Hintergrund einer besonderen wissenschaftlichen bzw. forschungsgeschichtlichen Tradition zu sehen: Seit der 1980 erschienenen textwissenschaftlichen Einführung von Zdzisław Wawrzyniak hat sich die Germanistik der Universität Rzeszów auf dem Gebiet der Text- und Diskursforschung einen Namen gemacht, dies auch über die Landesgrenzen hinaus. Zu nennen wären in dem Zusammenhang nicht nur zahlreiche einschlägige Publikationen, sondern ebenso die Gründung einer eigenen Forschergruppe, die unter der Leitung von Zofia Bilut-Hom­plewicz die internationalen und interdisziplinären Aktivitäten zur Text-, Diskurs- und Kommunikationsanalyse4 fördern soll, die Herausgabe einer Buchreihe unter dem Titel Studien zur Text- und Diskursforschung (initiiert von Z. Berdychowska, Z. Bilut-Homple­wicz) und die Beteiligung an der Fachzeitschrift tekst i dyskurs – Text und Diskurs (her­ausgegeben von Z. Bilut-Homplewicz, W. Czachur). Ein zentrales Anliegen, das sich wie ein roter Faden durch alle Bemühungen zieht, besteht darin, die Verbindung zwischen den einzelnen Philologien zu stärken (vgl. in diesem Sinne bereits Bilut-Homple­wicz 1999) und speziell den grenzüberschreitenden Wissenstransfer auszubauen, letzteres u.a. durch die Übersetzung wichtiger Fachbeiträge (vgl. z.B. Bilut-Homplewicz et al. 2009).

Und genau dieser Zielsetzung hat sich auch die jüngste Publikation von Zofia Bilut-Homplewicz verschrieben. Im Mittelpunkt dieses (ersten) Bandes steht die germanistische Textlinguistik; die Darstellung der polonistischen Seite ist für den zweiten Band vorgesehen.

In einem relativ knappen Einleitungs-Kapitel (7-17) klärt die Verfasserin zunächst einige leitende Begriffe – beispielsweise die Prinzipien Perspektivierung, Kontrastierung oder die Unterscheidung von interlingual, intertextuell, interlinguistisch – und skizziert die wichtigsten Etappen, Positionen und Arbeiten der polnischen Textlinguistik. In den folgenden Hauptkapiteln geht es dann primär um Schwerpunkte und Tendenzen der germanistischen Textlinguistik in den deutschsprachigen Ländern. Die Darstellung gliedert sich in folgende Abschnitte:
  1. Anfänge und Entwicklungen der germanistischen Textlinguistik (19-62)
  2. Grundlagen und Entwicklungen der germanistischen Textsortenlinguistik (63-109)
  3. Kontrastive Textologie – eine germanistische „Spezialität“? (111-145)
  4. Textlinguistik vs. Diskurslinguistik / linguistische Diskursforschung aus germanistischer Perspektive (147-200)
Im ersten Abschnitt - Anfänge und Entwicklungen der germanistischen Textlinguistik (19-62) - rekapituliert die Verfasserin noch einmal die Anfänge der Textlinguistik und die Entwicklung, die sie seit den 1960er Jahren genommen hat. Betont wird dabei die starke Auffächerung der Disziplin, in der ganz unterschiedliche methodische Herangehensweisen zusammenlaufen können und die umgekehrt aber oft auch zum Ausgangspunkt für recht verschiedene Ansätze wird. Die Vielfalt der Textlinguistik zeigt sich im übrigen bereits, wenn man die einzelnen Etappen oder Phasen nachzeichnet. Es erscheint durchaus plausibel, wenn pragmatische und kognitive Aspekte in dem Überblick eine besondere Berücksichtigung erfahren. Als exemplarisch für eine handlungsorientierte Textbetrachtung wird (im Unterschied zur polonistischen Textlinguistik) ausschließlich die Sprechakttheorie angeführt (31ff). Der dazu vorgetragenen Kritik ist zweifellos zuzustimmen.2 Nur hat es neben der Sprechakttheorie auch andere hand­lungstheoretisch begründete Ansätze gegeben; stellvertretend seien hier lediglich die bei Heringer (1974), Sandig (1978) und von Polenz (1985) vorgeschlagenen Konzepte erwähnt. Diese hätten der vorgenommenen Bewertung möglicherweise eine andere Richtung gegeben.

Recht ausführlich und überzeugend äußert sich die Verfasserin zur Textualität und zu den verschiedenen Textbegriffen (39ff). Gerade weil auch neuere und neueste Arbeiten einbezogen werden, gelingt es, die zunehmende Komplexität des Forschungsobjekts Text - speziell die Multikodalität und die Abhängigkeit von neuen Formen der Medialität - anschaulich zu machen. Eine allgemeingültige Definition des Textbegriffs sei aufgrund solcher Entwicklungen auch obsolet geworden. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, ob der Text überhaupt noch als Bindeglied zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft in Frage komme und inwieweit die Textlinguistik als eine Art Brücken-Disziplin fungieren könne – eine Frage, auf die es angesichts der relativ starken Orientierung an Gebrauchstexten, zumindest auf deutscher Seite, keine einfache Antwort geben dürfte.

Der zweite Abschnitt - Grundlagen und Entwicklungen der germanistischen Textsortenlinguistik (63-109) - ist ganz der Textsortenlinguistik gewidmet. Es herrscht ein breiter Konsens insofern, als Textsorten
  • nach bestimmten, in einer Kommunikationsgemeinschaft etablierten Mustern realisiert werden,
  • sich als Mittel zur Lösung rekurrenter Probleme historisch herausgebildet (und bewährt) haben,
  • eine mehr oder weniger starke kulturelle Geprägtheit aufweisen,
  • somit einem ständigen Wandel unterworfen sein können und
  • sich in der konkreten Anwendung den gegebenen situativen Erfordernissen oder auch sprachstilistischen Intentionen anpassen lassen.
Die Verfasserin beschränkt sich nicht darauf, die diversen Klassifikationsansätze Revue passieren zu lassen, sondern wählt eine Darstellungsweise, die immer auch die betreffenden Auseinandersetzungen (und nicht selten kontroversen Positionen) zur Sprache bringt und so die Leser in die jeweiligen Argumentation mit einbezieht. Zu begrüßen ist weiterhin die Ausführlichkeit, mit der neuere Tendenzen der Textgestaltung und der Text(sorten)verwendung behandelt werden. Es erscheint zunehmend unangemessen, das Augenmerk allein auf Einzeltexte zu richten; die Textrealität macht es vielmehr erforderlich, der Einbettung in größere Zusammenhänge, in Textsortennetze oder -felder, Rechnung zu tragen und ebenso die Möglichkeiten multikodaler (bzw. multimodaler) Beitragspräsentation gebührend einzubeziehen. All dies deutet offenkundig auf eine Neubestimmung des Untersuchungsobjekts der Textlinguistik hin:
So oder so scheint der Text heute den Status eines Hyperonyms, d.h. des größten Untersuchungsgegenstandes der Linguistik, zu verlieren. Schlüsselbegriffe sind jetzt Textnetze und Diskurse. Trans­phrastische Texte machen Platz für transtextuelle, also über die Grenze eines Einzeltextes hinausgehende Diskurse. Die ehemalige Textwelt wird zu eng, gilt heute als ein Mikrokosmos. Ins Spiel kommt ein diskursiver Makrokosmos. (Olszewska & Kątny 2013: 13)
Auf diese Diskussion geht die Verfasserin ausführlich ein und demonstriert anhand des Begriffs der Kontextualisierung - dies auch unter Hinzuziehung eigener Arbeiten - wie vielfältig die Textverbindungen ausfallen können und mit welchen Formen der ,Textsorten-Intertextualität‘ (104) zu rechnen ist. Diese Passagen gehören ohne Frage zu den wichtigsten und anregendsten des Buches.

Ein spezielles und sehr differenziertes Betätigungsfeld innerhalb der Textlinguistik ist die sogenannte Kontrastive Textologie; mit ihr beschäftigt sich der dritte Abschnitt (111-145). Dargestellt werden auch hier wichtige Entwicklungsphasen sowie zentrale Problem­stellungen. Die Verfasserin plädiert – in enger Anlehnung an Arbeiten von Kirsten Adamzik – für eine möglichst breit angelegte Forschung, die sowohl synchrone als auch diachrone und kulturkontrastive Aspekte mit berücksichtigt. Zu Recht wird außerdem betont, daß es vielfach nicht genügen kann, allein die Kategorie Textsorte als Vergleichsgröße zugrundezulegen:
Man kann nicht in jedem Fall von einer Eins-zu-eins-Entsprechung von Textsorten in verschiedenen Medien, Sprachen, Kulturen oder Kommunikationsgemeinschaften ausgehen, die Relationen sind hier manchmal viel komplexer und komplizierter. (130)
Insofern komme es immer darauf an, den Stellenwert einer Textsorte in ihrem Umfeld zu untersuchen und gegebenenfalls Textsortennetze (oder noch größere Datenmengen) in den Blick zu nehmen.

Aus polonistischer Sicht mag man durchaus der Meinung sein, bei der Kontrastiven Textologie handle es sich um eine „germanistische Spezialität“ (145); dies sollte jedoch nicht über die großen Anteile anderer Philologien - gerade in der Anfangsphase, aber nicht allein dort - hinwegtäuschen.

Es ist nur folgerichtig, wenn die bisherigen Überlegungen im vierten Abschnitt zu einem wiederum erweiterten Bereich führen, nämlich zur linguistischen Diskursforschung (147-200). ,Diskurs‘ gehört bekanntlich zu den schillernden, sehr vielfältig gebrauchten Begriffen, und die Frage, ob man die Diskursforschung als Erweiterung der Textlinguistik auffassen kann, erscheint keineswegs unberechtigt (vgl. dazu zuletzt Niehr 2014: 29ff). Die Verfasserin favorisiert hier eine Position, wonach der Text eine Verankerung im Diskurs hat, die Partizipation am Diskurs also gleichsam zu den textkonstitutiven Eigenschaften gehört (156). Gleichwohl ist von divergierenden Ausrichtungen in der Diskursanalyse auszugehen; man kann wenigstens grob zwischen textlinguistisch orientierten und gesellschaftspolitisch orientierten Ansätzen unterscheiden (160ff). In diesem Rahmen wird der Leser mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Schulen und methodischer Ansätze konfrontiert, verbunden mit zahlreichen einordnenden und wertenden Hinweisen, die Fortschritte wie auch Grenzen aufzeigen und die jeweils den Bezug zu textlinguistischen Prinzipien deutlich machen.

Die abschließende Zusammenfassung (201-209) lenkt den Blick noch einmal auf einige zentrale Diskussions- und Problempunkte sowie auf Konsequenzen, die sich für die weitere Arbeit ergeben. U.a. geht es um eine neue Auffassung von Textualität und eine Neubewertung intertextueller und diskursiver Zusammenhänge, dies vor allem wegen einer stark veränderten medialen Wirklichkeit. Unter diesem Gesichtspunkt kommt speziell der Kontrastiven Medienlinguistik, einschließlich diachroner und kulturspezifischer Aspekte, eine erhöhte Bedeutung zu.3 Dem stehen auch internationalisierende Entwicklungen offenbar nicht entgegen.
Trotz der Globalisierung als allgemeiner Tendenz scheinen genug Differenzen zwischen den Kulturen im interessierenden Bereich zu bestehen, auch geringe Unterschiede sind hier nicht zu unterschätzen. (206)
Insgesamt betrachtet, hat Zofia Bilut-Homplewicz eine Arbeit vorgelegt, die viele gelungene Synthesen enthält, die dabei aber die Konkretheit der referierten Positionen und Methoden nie vernachlässigt. Ein weit verzweigtes, nur noch schwer überschaubares Arbeitsfeld, zu dem inzwischen zahllose Publikationen erschienen sind, wird geschickt strukturiert und dem Rezipienten in einer gut lesbaren Form nahegebracht. Sicher kann man gelegentlich darüber streiten, ob die Auswahl der zitierten Autoren richtig, ob die Ausführlichkeit der Wiedergabe bestimmter Textstellen angemessen ist, doch dürfte dies das Instruktive der Überblicksdarstellung kaum in Frage stellen. Die vorliegende Schrift ist nützlich für jeden, der sich über den aktuellen Stand der germanistischen Text-, Textsorten- und Diskurslinguistik informieren möchte.

Gleichzeitig geht es um ein Buch, das den Wissenschaftsaustausch zwischen der deutschen und der polnischen Textwissenschaft intensivieren soll. Und ein solcher Austausch ist auch für die umgekehrte Transferrichtung vorgesehen. Insofern darf man auf den zweiten Band schon jetzt gespannt sein.




Bibliographie

Bilut-Homplewicz, Zofia (Hrsg.) (1999): Zur Mehrdimensionalität des Textes. Repräsentationsformen, Kommunikationsbereiche, Handlungsfunktionen. Rzeszów: Wydawnictwo WSP.

Bilut-Homplewicz, Zofia (2008): Prinzip Kontrastivität. Einige Anmerkungen zum interlingualen, intertextuellen und interlinguistischen Vergleich. In: Czachur, Waldemar & Czyżewska, Marta (Hrsg.): Vom Wort zum Text. Studien zur deutschen Sprache und Kultur. Festschrift Józef Wiktorowicz. Warschau: Instytut Germanistyki Uniwersytetu Warszawskiego, 483-492.

Bilut-Homplewicz, Zofia (2012): Kommentar als ,Pressegattung’. Zur Spezifik der Presseforschung in Polen. In: Lenk, Hartmut E.H. & Vesalainen, Marjo (Hrsg.): Persuasionsstile in Europa. Hildesheim: Olms, 93-113.

Bilut-Homplewicz, Zofia, Czachur, Waldemar & Smykała, Marta (Hrsg.) (2009): Lingwistyka tekstu w Niemczech. Pojęcia, problemy, perspektywy (antologia tłumaczeń). Breslau: Wydawnictwo Atut.

Heringer, Hans Jürgen (1974): Praktische Semantik. Stuttgart: Klett.

Niehr, Thomas (2014): Einführung in die linguistische Diskursanalyse. Darmstadt: WBG.

Olszewska, Danuta / Kątny, Andrzej (2013): Vom Text zum Diskurs, genauer gesagt: Vom Text zum Text im Diskurs. In: Studia Germanica Gedanensia 29, 9-22.

von Polenz, Peter (1985): Deutsche Satzsemantik. Grundbegriffe des Zwischen-den-Zeilen-Lesens. Berlin, New York: de Gruyter.

Sandig, Barbara (1978): Stilistik. Sprachpragmatische Grundlegung der Stilbeschreibung. Berlin, New York: de Gruyter.

Wawrzyniak, Zdzisław (1980): Einführung in die Textwissenschaft. Probleme der Textbildung im Deutschen. Warschau: Państwowe Wydawnictwo Naukowe.


Rezensent:
Prof. Dr. Heinz-Helmut Lüger
Zeppelinstraße 45
D-76887 Bad Bergzabern
E-Mail: heinz-helmut.lueger@t-online.de


1 Zur Veranschaulichung und Erprobung des Konzepts sei hier vor allem verwiesen auf Bilut-Homplewicz (2008) und (2012).

2 Als Ergänzung wäre ebenso die diesbezügliche Argumentation im nachfolgenden Abschnitt (83ff) ein­zubeziehen.

3 Eine solche Tendenz ist ebenso an der großen Zahl einschlägiger medienlinguistischer Arbeiten ablesbar (vgl die Bibliographie in: http://www.kontrastive-medienlinguistik.net).

4 Weitere Einzelheiten werden ausgeführt in: Beiträge zur Fremdsprachenvermittlung 50 (2011), 139-140, sowie auf der Internetseite: http://www.tdk.univ.rzeszow.pl/de/?page_id=2.







Volume 5 (2014) Issue 1 (PDF)

I. Articles


Shing-lung Chen 陳欣蓉 (Kaohsiung, Taiwan):

Abstract (English)
Since communication in conventional language teaching usually only takes place between the classroom interlocutors (learners and instructors), learners usually have little opportunity and time to practice communication in the foreign language. Therefore, language learning programmes that help learners practice and improve foreign language communication outside of class are urgently needed. Modern language learning programmes are typically based on the development of speech recognition techniques for the correct decoding of users' utterances. They are usually based on a linear rather than a circular model, and therefore proceed according to this particular linear structure, which is not able to take potential system failures into account. As a consequence, the programmes can, in the event of a communication failure, not proceed with the communication, and thus, the communication process is interrupted. Learners may soon lose interest in the use of that particular programme. Based on the description of these facts, it can be shown that a language learning programme solely based on speech recognition techniques, does not fulfill learners' needs. The present article examines which inherent potential failures language learning programmes have and how these failures can be reduced or eliminated so that the programs will run smoothly.
Keywords: software, language learning programme, computer programme, programme, system failure, rescue model, rescue measure, Learning system design, failure

Abstract (Deutsch)
Da die Kommunikation im konventionellen Sprachunterricht meist nur zwischen den Teilnehmern (Lernern und Dozenten) erfolgt, bleibt Lernern in der Regel kaum Gelegenheit und auch wenig Zeit zur Einübung fremdsprachlicher Kommunikation. Daher werden dringend Sprachlernprogramme benötigt, mit deren Hilfe die Lerner die fremdsprachliche Kommunikation fern des Unterrichts am Computer praktizieren und verbessern können. Moderne Sprachlernprogramme orientieren sich in der Regel an der Entwicklung von Spracherkennungstechniken zur korrekten Dekodierung der Äußerungen der Anwender. Da Sprachlernprogramme statt auf einem zirkulären meist auf einem linearen Modells basieren, verlaufen sie gemäß einer bestimmten linearen Struktur, die nicht in der Lage ist, potentielle Systemfehlschläge zu berücksichtigen. So können die Programme im Falle eines kommunikativen Misserfolgs nicht weiter kommunizieren, und folglich wird der Kommunikationsablauf unterbrochen. Entsprechend verlieren die Lerner das Interesse an derartigen Programmen. Aus der Beschreibung dieser Konstellation wird ersichtlich, dass ein Sprachlernprogramm, das einzig und allein auf Spracherkennungstechniken basiert, nicht den Bedürfnissen der Lerner gerecht wird. In dem vorliegenden Artikel wird untersucht, welches Misserfolgspotential Sprachlernprogrammen inhärent ist und wie dieses verringert bzw. behoben werden kann, damit die Programme reibungslos funktionieren.
Stichwörter: Software, Sprachlernprogramm, Computerprogramm, Programm, Systemfehlschlag, Rettungsmodell, Rettungsmaßnahme, Design des Lernsystems, Misserfolg



Chris Merkelbach (Taipeh, Taiwan):

Abstract (English)
Based on the observation that foreign students in Chinese-speaking countries encounter major problems reading extensive academic texts within an allotted time frame, this article puts forward the idea of teaching reading strategies in Chinese as a Second Language (CSL) classes. Following the introduction of the special features of written Chinese, the mental process for reading in a foreign language is discussed. The article takes into special account that CSL-learners have, prior to learning Chinese, usually learned other foreign languages and can be regarded as experienced tertiary language learners. Furthermore, the different reading styles for various foreign languages are described in detail and finally, the article delineates how these strategies may be trained in CSL classes on the sentence and the text level.
Key words: Chinese as a Foreign Language, reading styles, reading strategies

Abstract (Deutsch)
Basierend auf der Beobachtung, dass ausländische Studierende in chinesischsprachigen Ländern erhebliche Probleme beim Lesen umfangreicher wissenschaftlicher Texte innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums haben, beschäftigt sich dieser Artikel mit der Vermittlung von Lesestrategien im Unterricht Chinesisch als Fremdsprache (ChaF). Zunächst werden die besonderen Merkmale der chinesischen Schriftsprache dargestellt, danach der mentale Prozess, der beim Lesen in einer fremden Sprache zu beobachten ist. Der Artikel berücksichtigt, dass Chinesischlerner in der Regel bereits andere Fremdsprachen gelernt haben und als erfahrene L3-Lernende gelten. Außerdem werden die verschiedenen Lesestile für Fremdsprachen im Detail beschrieben. Abschließend geht der Artikel darauf ein, wie Lesestrategien ChaF-Unterricht auf Satz- und Textebene geschult werden können.
Stichwörter: Chinesisch als Fremdsprache, Lesestile, Lesestrategien



Nina Daskalovska (Stip, Republic of Macedonia)

Abstract 
A lot of studies on vocabulary learning have demonstrated that one of the ways of acquiring vocabulary is through reading. The purpose of this study was to replicate the study conducted by Zahar, Cob and Spada (2001) and compare the results with the original study and another replication study using the same design. The study was conducted with university students who were in their first year of studying English language and literature. In order to establish the participants’ vocabulary size, Nation’s Vocabulary Levels Test (1990) was used. The effect of the reading treatment was determined by using a pretest-posttest design. The results of the posttest showed that the participants learned one in three previously unknown words. There was a positive relationship between the participants’ vocabulary size and the relative gains as well as between the frequency of the words in the text and the relative gain scores. The findings suggest that learners’ general knowledge and cognitive abilities may be significant factors that affect the rate of vocabulary acquisition through reading.
Key words: vocabulary acquisition, incidental learning, reading, vocabulary size, word frequency


Andrew Schenck & Wonkyung Choi (both Daejeon, South Korea):

Abstract
Past research has emphasized the universality of grammar acquisition over key differences, resulting in the development of a number of one-size-fits-all approaches to grammar instruction. Because such approaches fail to consider disparities of grammatical features, they are often ineffective. Just as a doctor needs to diagnose an illness and prescribe a suitable treatment, the teacher must evaluate a grammatical feature and choose an appropriate instruction. To better understand how this may be accomplished, highly disparate grammatical features (the definite article and plural noun) were taught to adult second language learners, using three different pedagogical techniques: Explicit focus on meaning, explicit focus on form, and implicit focus on form. Results suggest that the effectiveness of these treatments depends upon characteristics of the grammatical feature, the type of instruction utilized (implicit or explicit), and the learner’s language proficiency. According to the results, an empirical method to guide the content of grammar instruction is proposed. 
Keywords: Explicit grammar instruction, implicit grammar instruction, semantic complexity, morphosyntactic complexity, learner proficiency, focus on form, focus on meaning



Anna Krulatz (Trondheim, Norway):

Abstract 
This study compares electronic requests written by native and non-native speakers of Russian. 184 responses were elicited via a discourse completion task with four scenarios. Using a framework adapted from the cross-cultural speech acts realization project (CCSRAP) (Blum-Kulka et al. 1989), the analysis focused on the strategies used to construct the head act of request (i.e. direct, conventionally indirect, and non-conventionally indirect) and internal and external modifications (i.e., upgraders, downgraders and supportive moves), and it revealed that while the use of some of the non-native speaker strategies approximates that of the native speakers, the requests produced by the two groups differ on several dimensions. The findings of the study confirm the hypothesis that even advanced foreign language learners often do not fully develop certain aspects of sociolinguistic competence.
Key words: speech acts, electronic requests, sociolinguistic competence, foreign language acquisition

Аннотация 
Это исследование сравнивает электронные запросы, написанные родными и неродными носителями русского языка. Было собрано 184 ответа на задачу завершения дискурса по четырем сценариям. Применяя методику, адаптированную из проекта осуществления кросс-культурных речевых актов (CCSRAP) (Блюм-Кулка соавт., 1989), мы сосредоточили анализ на стратегиях, используемых для построения главного акта запроса (то есть прямых, условнокосвенных и неусловнокосвенных), а также на внутренних и внешних мотиваторах (таких, как сигнализаторы, обогатители, принижающие и вспомогательные ходы). Анализ показал, что хотя некоторые из неносителей применяют стратегии на приближенном к носителям языка уровне, запросы, произведенные двумя группами, отличаются по нескольким параметрам. Результаты исследования подтверждают гипотезу, что даже изучившие иностранный язык на продвинутом уровне часто не полностью развивают определенные аспекты социолингвистической компетенции.
Ключевые слова: речевые акты, электронные запросы, социолингвистическая компетенция, приобретение иностранного языка



Patrycja Golebiewska & Christian Jones (both Preston, UK)

Abstract
The focus of this study is the comparison of two teaching frameworks: Presentation Practice Production (PPP) and Observe Hypothesise Experiment (OHE) in the context of teaching twelve lexical chunks to two groups of twenty-one EAP students. An analysis of pre- and post-test scores demonstrated that both frameworks were successful in aiding students’ productive and receptive knowledge of the target language. The question as to whether one framework was more effective than the other in the context studied was answered negatively, since no statistically significant difference between the treatment types was found. The results suggest that both input and output oriented activities can aid the acquisition of chunks to the same extent and thus, perhaps, the choice between these frameworks may be more dependent on teaching and learning styles than upon their impact on the acquisition of formulaic language.
Key words: Observe Hypothesise Experiment, Presentation Practice Production, formulaic language, lexical chunks, productive knowledge, receptive knowledge, input oriented activities, output oriented activities 




Elisabeth Kolb (München):

László Kovács (Szombathely, Ungarn):